Alma unterrichtet Yoga und wollte Bilder für ihre neue Seite. Mein Vorschlag war das Studio. Ihrer war der Strand, im Oktober, bei angekündigten sechzehn Grad und Bewölkung.
Ich habe versucht, ihr das auszureden. Grauer Himmel, kein Licht, Sand in allem. Sie hat gesagt, sie unterrichte im Sommer jeden Dienstag in den Dünen, und wenn die Bilder das nicht zeigen, seien es die falschen Bilder.
Sie hatte recht, und zwar aus einem Grund, an den ich nicht gedacht hatte. Bewölkter Himmel über hellem Sand ist eine Softbox von der Größe eines Bundeslandes. Kein harter Schatten, keine zusammengekniffenen Augen, und das Grau des Wassers macht ihre Haare silbern statt grau.
Der Wind war das eigentliche Problem. Auf gefühlt jedem zweiten Bild lag eine Strähne quer im Gesicht. Alma wollte trotzdem eines davon behalten, weil es, ich zitiere, ehrlicher aussehe als der Rest.
Wir waren zwei Stunden da und ich hatte danach Sand in der Kamera. War es wert.
